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Die Luft am Pico do Areeiro ist typischerweise etwa 10°C kälter als in Funchal, da der Gipfel auf 1.818 Metern liegt und die Temperatur pro 1.000 Höhenmeter um etwa 6°C sinkt. Sommer-Morgendämmerungen fühlen sich oft eher kühl als warm an; der Winter bringt Frost und gelegentlich Schnee. Windchill und Bewölkung sind wichtiger als das Thermometer, daher ist Zwiebellook besser als Vorhersagen.
Ein Autofahrer kann in Funchal auf Meereshöhe in kurzen Ärmeln losfahren und den Parkplatz am Pico do Areeiro, 1.818 Meter höher, in unter einer Stunde erreichen. Die Temperatur am Pico do Arieiro, die ihn dort empfängt, gehört zu einem völlig anderen Klima, das eher durch die Höhe als durch die Jahreszeit geprägt ist. Madeiras dritthöchster Gipfel liegt über dem Lorbeerwaldgürtel, über den meisten Wolken der Insel und direkt im Pfad der Nordostpassatwinde. Die Physik erledigt den Rest: Luft kühlt beim Aufsteigen ab, etwa sechs Grad pro tausend gewonnene Meter. Was sich an der Küste als milder atlantischer Nachmittag liest, wird auf dem Gipfelkamm eher zu einem Frühlingsmorgen in Nordeuropa.
Zwei Dinge verstärken den Unterschied. Erstens die Inversionsschicht, die oft ein Wolkenmeer zwischen etwa 600 und 1.500 Metern festsetzt und die Gipfel in klarer Luft lässt, während die Küste unter grauem Himmel liegt. Darüber kann der Sonnenschein stark wirken, selbst wenn das Thermometer niedrige Werte anzeigt; darunter ist es umgekehrt. Zweitens die Exposition. Der Grat in Richtung Pico Ruivo bietet kaum Schutz, und Wind über den gepflasterten Aussichtsplattformen nahe der Radarkuppel entzieht Wärme viel schneller als stillstehende Luft bei gleichem Messwert. Portugiesische Wetterberichte führen den Gipfel separat als 'temperatura no Pico do Areeiro', und das aus gutem Grund. Der Kontrast zur Ponta de São Lourenço, der niedrigen, baumlosen Halbinsel am östlichsten Zipfel der Insel, ist lehrreich: Diese Wanderung ist meist heiß, trocken und sonnenverwöhnt, während es in den Bergen kühl bleibt. Zwei Wahrzeichen Madeiras, zwei völlig getrennte Bedingungen.
Die praktische Konsequenz ist einfach: Eine Küstenvorhersage ist das falsche Werkzeug. Besucher, die die Bedingungen für Funchal prüfen und sich entsprechend kleiden, sind diejenigen, die oben in Mietwagendecken eingewickelt zu sehen sind. Berg-spezifische Vorhersagen, Webcam-Feeds und die meteorologischen Warnungen der Insel für das zentrale Massiv vermitteln ein wahreres Bild, und sie ändern sich schnell – ein klarer Morgen kann sich innerhalb einer Stunde zuziehen. Schichten lösen das meiste: Eine winddichte äußere Hülle ist wichtiger als Dicke, und an Händen und Ohren ist die Kälte auf einer exponierten Plattform zuerst zu spüren. Wer den Weg Vereda do Areeiro in Richtung Pico Ruivo weitergeht, sollte für beide Extreme planen, da die Tunnel und schattigen Nordhänge deutlich kälter bleiben als der sonnige Grat. Lesen Sie die Temperatur am Pico do Arieiro als einen Bereich, nicht als eine Zahl, und der Berg wird weitaus einfacher zu planen sein.